Welche Strafen drohen bei Alkohol am Steuer

2017 wurden 28.109 Strafen wegen Alkohol am Steuer verhängt. Dies bedeutet einen Anstieg von 0,8% im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig nahm die Zahl der Alkoholkontrollen (Alkomattests und Alkovortests) gegenüber 2016 um 2,8% zu.

Zulässige Höchstgrenzen:

Grundsätzlich gilt in Österreich gemäß § 14 Abs. 8 Führerscheingesetz eine gesetzlich erlaubte Höchstgrenze von weniger als 0,5 Promille Alkoholgehalt im Blut. Diese Grenze kann allerdings in Sonderfällen geringer sein. So ist beispielsweise innerhalb der dreijährigen Probezeit eine Höchstgrenze von 0,1 Promille gesetzlich vorgesehen. Diese Höchstgrenze gilt ebenfalls für Bus- und LKW Lenker. Für Radfahrer gilt gemäß § 5 StVO übrigens eine Höchstgrenze von 0,8 Promille Alkoholgehalt im Blut

 

Welche Strafen drohen bei Alkohol am Steuer?:

  • Bei einem Alkoholgehalt im Blut von 0,5 bis 0,79 Promille wird zwar der Führerschein nicht entzogen, allerdings ist eine Verwaltungsstrafe von mindestens € 300,00 bis € 3.700,00 fällig. Zusätzlich erfolgt eine Vormerkung im Führerscheinregister für zwei Jahre. Verstoßen Sie innerhalb dieses Zeitraums erneut gegen ein Vormerkdelikt, wird von der Behörde eine zusätzliche Maßnahme, wie beispielsweise eine psychologische Nachschulung angeordnet, deren Kosten Sie selbst tragen müssen. Wird innerhalb des Beobachtungszeitraumes vom Lenker ein drittes Mal gegen ein Vormerkdelikt verstoßen, wird der Führerschein für mindestens drei Monate entzogen.
  • Ab einem Alkoholgehalt im Blut von 0,8 bis 1,19 Promille kommt zu einer Geldstrafe von € 800,00 bis € 3.700,00 sowie dem Entzug des Führerscheins für einen Monat und einem verpflichtendem Verkehrscoaching. Im Wiederholungsfall wird der Führerschein für mindestens drei Monate entzogen.
  • Bei 1,2 bis 1,59 Promille ist verpflichtend eine Nachschulung zu absolvieren und der Führerschein wird für mindestens vier Monate entzogen. Die zu verhängende Geldstrafe beläuft sich auf € 1.200,00 bis € 4.400,00.
  • Ab 1,6 Promille und darüber beträgt die Geldstrafe € 1.600,00 bis € 5.900,00 sowie wird für mindestens sechs Monate der Führerschein entzogen. Zusätzlich zur Nachschulung muss eine verkehrspsychologische Stellungnahme erstellt werden sowie der zuständige Amtsarzt aufgesucht werden.

 

Was es bei Alkohol am Steuer noch zu beachten gibt:

  • Achtung, wenn Sie den Alkoholtest verweigern, gelten die gleichen Rechtsfolgen, als wenn 1,6 Promille Alkoholgehalt im Blut nachgewiesen worden wären. Daher sollten Sie einen Test nie verweigern, wenn ein Polizist Sie dazu auffordert.
  • In Wiederholungsfällen gelten übrigens wesentlich strengere Rechtsfolgen. Ebenso gelten für Bus- und LKW Lenker wesentlich strengere Rechtsfolgen.
  • Für Radfahrer gelten übrigens ab einem Alkoholgehalt von 0,8 Promille die gleichen Strafen wie für Fahrzeuglenker. Zudem kann auch der Führerschein entzogen werden.
  • Zusätzlich ist es zu beachten, dass nahezu sämtliche Versicherungen bei einem Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss aussteigen und somit leistungsfrei sind. Die Haftpflichtversicherung des Fahrzeuges, die zwar nicht leistungsfrei ist, kann sich aber bis zu einem Betrag von € 11.000,00 beim Lenker regressieren.
  • Übrigens, wenn Ihnen die Behörde den Führerschein wegen eines Alkohol am Steuer entzieht, werden  Ihnen auch sämtliche weiteren Führerscheine entzogen, wie beispielsweise der Pilotenschein oder Bootsführerschein.

 

Wenn Sie am Steuer positiv auf Alkohol getestet wurden:

Die Behörde hat bei der Verhängung der Strafe wegen Alkohol am Steuer sowie der Entscheidung über die Dauer des Entzuges des Führerscheins einen erheblichen Spielraum. Die Beratung mit einem Rechtsanwalt ist aufgrund des großen Ermessensspielraumes der Behörde in jedem Fall zu empfehlen.

Zusätzlich besteht auch die Möglichkeit, dass Sie am Alternativen Bewährungssystem (ABS) teilnehmen, um vorzeitig wieder den Führerschein zu erhalten. Durch den Einbau einer atemalkoholgesteuerten Wegfahrsperre in Ihrem Fahrzeug, kann Ihnen die Lenkerberechtigung bereits nach der Hälfte der Entziehungsdauer wieder erteilt werden.

Ich kann durch das Erheben eines Einspruches oder einer Beschwerde eine Reduzierung der Strafe oder der Entzugsdauer erreichen. Zudem unterläuft der Behörde auch häufig ein formeller Fehler, der zu einer Aufhebung der Strafe durch einen Einspruch oder Beschwerde führen kann.

Zusätzlich stelle ich auch für Sie den Antrag für das Alternative Bewährungssystem und unterstütze Sie in diesem Verfahren. Für eine kostenlose Erstauskunft stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung.